Häufig gestellte Fragen zu den Eiern
"Warum gibt’s mal Eier in Größe M und manchmal in Größe L?"
Dreimal im Jahr bekommen wir junge Hühner. Diese beginnen nach etwa zwei Wochen mit dem Eierlegen. Erst ganz kleine (XS) Eier quasi zum Üben, und nur sehr wenige, später etwas größere (Größe S) und schon recht viele.
Nach drei bis vier Wochen sind die Eier dann bei der Größe M (53g bis 62g) und kommen jetzt allmählich zum Verkauf in die Bioläden. Davor gehen die Eier zu Biohotels oder Biobäcker, da die wenigsten Kunden so kleine Eier kaufen wollen. Generell werden die Eier mit dem zunehmendem Alter der Hühner immer größer, zum Schluß haben fast alle die Größe L (63g-72g) etliche auch weit darüber.
Natürlich versuchen wir, allen Kunden die Eier in der gewünschten Größe zu liefern, das ist aber manchmal nicht möglich, wenn wir zum Beispiel sehr viele junge Hühner auf dem Hof haben, die hauptsächlich noch kleine Eier legen!
Also schlagen Sie mal ein Ei mehr in den Kuchen, wenn Sie statt den gewünschten L-Eiern nur Eier der Größe M bekommen haben, und gönnen Sie unseren Hühnern noch ein wenig Zeit, erwachsen zu werden und dann ihrem Alter und ihrer Reife gemäß Eier der Größe L zu legen.
"Warum ist der Eidotter mal hellgelb und mal fast orange?"
Grundsätzlich bekommen bei uns alle Hühner ein Futter aus verschiedenen Komponenten gemischt. Das enthält alles, was das Huhn zum Leben und Eierlegen braucht. (Getreide, Mais, Sonnenblumen, Erbsen, Mineralstoffe, Vitamine….)
Allerdings ist bei uns auch jedes Huhn ein Individuum, das eigene Vorlieben hat, und somit bei gleichen Gegebenheiten ein völlig unterschiedliches Leben und dann auch entsprechend ein eigenes Ei in Form, Farbe und Geschmack legt.
Zum Beispiel die faule Berta, und die wilde Hilde:
Berta
liebt es, lange zu schlafen, macht dann ein paar Schritte zum Futtertrog, trinkt noch ein paar Schluck Wasser und wandert dann gemütlich im Stall eine Runde. Immer wieder schaut sie in den Futtertrog, um ein paar leckere Erbsen zu ergattern. Zwischendrin geht sie in ein Nest und legt Ihr Ei, bleibt noch geraume Zeit drinnen sitzen, weil es hier so ruhig, gemütlich und warm ist. Nach etlichen kleinen Spaziergängen und Schwätzchen mit Kolleginnen, fliegt Sie abends wieder auf die Sitzstange zum Schlafen.
Hilde
Ist immer für ein Abenteuer zu haben! Kaum wird es hell, geht’s runter auf den Boden. Dort wird geschaut was los ist. Dann hopst und fliegt Sie einmal ganz hinauf in die obersten Regionen des Stalls und ist ständig auf der Suche nach etwas Neuem. Beim Fressen hat sie keine besonderen Vorlieben, alles schmeckt ihr, und sie hat auch nicht so viel Lust, sich ständig mit ihren Kolleginnen um eine Erbse oder ein Maiskorn zu streiten. Möglichst rasch legt sie ein Ei, und dann nichts wie hinaus auf die Wiese und in die Sonne. Den ganzen Tag läuft sie, hat es immer wichtig und erst wenn es schon fast stockdunkel ist, kommt sie zurück in den Stall, frisst noch etwas und geht müde ins Bett.
Sie werden in Ihrer Eierschachtel von Berta ein größeres, helles Ei finden, das etwas flauer schmeckt, und von Hilde ein kleineres mit dunklem Dotter, das einen sehr vollen Geschmack hat!
Das sind die Ausreißer in die Extreme, dazwischen bewegt sich der überwiegende Teil der Hühner mit den entsprechenden Eierqualitäten. Auch das Wetter (Regen, Sonne, Wind, kalt, warm…) beeinflusst das Verhalten der Hühner und damit auch die Größe, Dotterfarbe und den Geschmack der Eier!
Ganz extrem machen sich auch besondere existenzielle Erfahrungen mit Fuchs oder Habicht bemerkbar! Solche Schockerlebnisse (vor allem mit dem Fuchs, der in den Stall einbricht) sitzen oft tief und können über Tage die Eier einer Herde hell werden lassen und geschmacklich negativ beeinflussen.
"Wie machen die das dann in der konventionellen Landwirtschaft?"
Da gibt es natürlich ein paar Tricks...
- Einsperren in Käfige
Die Hühner können nur das fressen, was sie vor sich im Trog haben und fressen damit alle immer das gleiche. Außerdem verbrauchen sie keine Energie für das Herumlaufen und für Ausflüge und lassen sich somit auch gut in der Eiergröße steuern!
- Farbstoffe im Futter
Durch das Beimischen von Farbstoffen im konventionellen Futter wird die Dotterfarbe „eingestellt“! Das heißt, der Landwirt (meistens der Eierkonzern) wählt in einer Farbtabelle eine Dotterfarbe aus (zwischen hellgelb und dunkelorange) nach der das Futter entsprechend gemischt wird. Somit haben die Eier das ganze Jahr die gleiche (Kunst-)Farbe.
- Aber auch im Bio-Bereich gibt es mittlerweile sehr unterschiedliche Herangehensweisen.
Bei sehr großen Herden und Ställen wie sie die EU-Norm zulässt, werden sehr viele Hühner in großen Einheiten und auch sehr viel dichter als bei uns gehalten. Somit bewegt sich das Huhn nicht mehr so weit, viele finden gar nicht erst hinaus in den Auslauf. Das ist für den Halter natürlich praktisch, da er wesentlich weniger Arbeit hat, das Ei damit sehr viel billiger anbieten kann, und als Nebeneffekt eine gleichmäßigere Eierproduktion in Menge und Optik erreicht.
In Holland, Dänemark und anderen Nachbar-ländern ist es auch immer noch üblich die Schnäbel der Hühner zu kürzen, damit sich bei dieser engen Haltungsweise die gelangweilten Hühner nicht selbst zerfleischen. Eier von solchen Hühnern werden auch noch als Bioei in deutschen Discountern günstig verkauft!
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Wir wollen Eier für Sie produzieren, die von fidelen, gesunden und lebensfreudigen Hühnern gelegt werden. Auch wenn wir durch diese Entscheidung uns immer wieder über Bertas und Hildes unterschiedliche Eier wundern und auch manchmal ärgern müssen.
Aber im Grunde genommen ist es schön, über die unterschiedlichen Eier mitzubekommen, wie lebendig und verschieden die Tiere ihr Dasein auf unserem Hof führen!
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