Beratungsansatz
In meiner Beratungstätigkeit arbeite ich mit einem systemisch-lösungsorientierten Ansatz. Dieser hat sich sowohl bei der Beratung von Einzelpersonen und Teams als auch von Organisationen bewährt.
Hier nun ein kurzer Überblick zu den Leitgedanken, den Methoden und der Geschichte der systemisch-lösungsorientierten Beratung:
Leitgedanken:
- Lösungsorientierung
Der Blick soll v. a. auf die Lösung gerichtet sein und nicht bei einer Problemanalyse stehen bleiben.
- Ressourcenorientierung
Es geht um das Erkennen und Stärken von Ressourcen, denn sie fördern die Entwicklung und Umsetzung von Lösungsideen.
- Prozessorientierung
Durch die Beratung kommt ein Lösungsprozess in Gang. Konkrete Handlungsschritte werden entwickelt, umgesetzt und bewertet. Dieser Weg führt zu neuen Erfahrungen und Einschätzungen, die wiederum neue Handlungsoptionen ermöglichen.
- Systembetrachtung
Jeder Mensch steht in einer Vielfalt von verschiedenen Beziehungen. Die Wechselwirkungen zwischen den beteiligten Personen, aber auch die Besonderheiten individueller Lebens- und Arbeitssituationen gilt es zu beachten. Veränderungen sind möglich, da jedes System Fähigkeiten besitzt, um sich immer wieder neu zu organisieren.
- Wertschätzung und Neutralität
Die Einzelne/den Einzelnen wertzuschätzen bedeutet, die Einzigartigkeit und den Wert jedes Menschen zu sehen und respektvoll mit der jeweils persönlichen Geschichte umzugehen. Wertschätzung zeigt sich in der Achtung vor den individuellen Kompetenzen und der Selbstverantwortlichkeit jeder Person, aber auch in der Annahme ihrer Begrenzungen. Als Beraterin gebe ich Lösungen nicht vor, sondern unterstütze und stärke den jeweils persönlichen Lösungsweg.
Methoden:
- Gespräch
- Visualisierende Methoden (z. B. Skizzen auf Papier, Skulpturarbeit mit Gegenständen)
- Erlebnisaktivierende Methoden (z. B. Klienten positionieren sich im Raum)
- Arbeit mit Organigrammen und Genogrammen
Geschichte:
Einflüsse aus der Physik und der Mathematik (Systemtheorie, Kybernetik) sowie der Biologie haben im 20. Jahrhundert das mechanistische Ursache-Wirkungs-Denken hin zu einer dynamischen Systembetrachtung verändert. Die Komplexität der Wechselwirkungen und die Vielfalt von Veränderungsmöglichkeiten rückten bei der Analyse und der Steuerung von Systemen in den Blickpunkt.
Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Systembetrachtung in der Psychotherapie, insbesondere in der Familientherapie, Einzug gefunden. Sowohl der einzelne Mensch, als auch eine Gruppe von Menschen, die in Beziehung stehen, wird dabei als System betrachtet.
Neue Erkenntnisse, zum Beispiel aus der Soziologie, der Kommunikationstheorie und Hirnforschung, haben die Entwicklung eines systemischen Beratungsansatzes weiter beeinflusst. Heute wird mit systemischen Konzepten in vielen Bereichen gearbeitet, zum Beispiel in der Medizin und Psychologie, in der Pädagogik und der Supervision, in der Personal- und Teamentwicklung sowie in der Organisationsberatung.
Für die zertifizierte Ausbildung von systemischen Beratern haben die beiden Dachverbände, die Systemische Gesellschaft (SG) und die Deutsche Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie (DGSF), umfassende Qualitätskriterien festgelegt.