Der doppelte Lebenswert - bicklhof

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Eier mit doppeltem Lebenswert

Wie Sie vielleicht wissen, herrscht in der heutigen Geflügelwirtschaft ein großer Mißstand. Als wir vor 12 Jahren mit Begeisterung unseren Kuhstall zum Hühnerstall umbauten, war uns nicht klar, dass in der ganzen Welt beim Schlüpfen der Legehennenkü̈ken die männlichen Kü̈ken am ersten Lebenstag aussortiert und getötet werden. Das heißt, wenn aus 600 Eiern die kleinen Kü̈ken schlü̈pfen, werden ca. 300 männliche Tierchen weggeworfen.
Als uns diese Tatsache bewusst wurde, waren wir zutiefst betrübt. Jedes Huhn, das zu uns kam, hatte ein gemordetes Brü̈derchen zu beklagen! So wollten wir unsere Tiere nicht halten, so können wir nicht auf Dauer mit gutem Gewissen unsere Eier essen und verkaufen.
Seit Jahren suchen Demeter-Kollegen und auch andere Geflügelhalter nach einer Lösung. Das Problem entsteht durch die Spezialisierung der Geflügelrassen: Als Legehennen hä̈lt man natürlich Tiere, die mö̈glichst zuverlä̈ssig Eier legen. Andere legen weniger Eier, wachsen aber schneller.
Mit diesen Mastrassen können die Brü̈derchen der Legehennen nicht mithalten, sie finden bei der „normalen“ Vermarktung nicht genug Abnehmer, so dass sich bäuerliche Familienbetriebe ihre Aufzucht einfach nicht leisten kö̈nnen. Trotzdem haben sich paar Bauern nun zusammengetan, um dieses Problem anzugehen.

Die kleinen Hä̈hne mit aufziehen
Unser Aufzü̈chter Peter Schubert in Unterrü̈sselbach, der für uns unsere Demeter‐Hü̈hner bis zur 18. Lebenswoche aufzieht, hatte schon vor 2010 erste Anlä̈ufe gewagt und Hahnenkü̈ken mit „durchgefü̈ttert“.
Inzwischen stallt Familie Schubert alle Küken aus der Brü̈terei für unseren Legehennen-­‐ Nachwuchs zusammen ein, so dass die kleinen Hennen und Hä̈hne die ersten acht Lebenswochen miteinander aufwachsen können. Danach ziehen die Hähne in einen eigenen Stall mit Wintergarten und Grünauslauf.

Erst wenn sie ca. 18 Wochen gescharrt und gekräht haben, werden sie als traditioneller Gockel küchenfertig an bewusste Verbraucher verkauft. (zum Vergleich: In der konventionellen Intensivmast erreichen die Masthähnchen ihr Schlachtgewicht in 4,5 Wochen!).
Durch Druck der Kunden ziehen mittlerweile auch etlichei Kollegen im Bio-Bereich männliche Küken auf, lassen sie jedoch nur ca. 80 Tage alt werden.
Die Aufzuchtkosten sind durch zusätzliche Stallflächen, Betreuungsaufwand und wesentlich geringere Futterverwertung deutlich höher als bei Mastgeflü̈gel.
Es muss doppelt so viel investiert werden, um den männlichen Kü̈ken ihr Leben zu ermöglichen. Über den Verkauf sind diese Mehrkosten nicht zu decken, da das Fleisch der Hähnchen zwar sehr schmackhaft, aber auch etwas fester als gewohnt ist.

Wenige Cent für ein Gockelleben
In langen Gesprächen haben wir überlegt: Wie können wir Menschen überzeugen, denen die Tiere ebenso wie uns ein Anliegen sind, diesen Weg zu unterstützen? Wir sagten Peter zu, auch sogenannte „Hähnchen-­‐Eier“ anzubieten. Diese Eier sind besonders gekennzeichnet und werden um wenige Cent teurer verkauft. Diesen kleinen Mehrbetrag pro Ei sammelten wir für die Aufzucht in Unterrüsselbach.
Anfänglich boten wir diese „Eier mit doppeltem Lebenswert“ in unseren Bioläden nur in 4er ‐Verpackungen an und verkauften ca. 10% unserer Eier so.Schnell hatten wir uns aber dazu entschlossen ausschließlich  „Eier mit doppeltem Lebenswert“ und in allen Verpackungen anzubieten, um damit alle männlichen Kü̈ken aufziehen zu können.
Die Umstellung war für uns ein hohes finanzielles Risiko. Einige Eierbauern haben uns verlacht. Doch Sie haben uns als wache und mitfühlende Kunden Recht gegeben.
Familie Schubert kümmert sich weiterhin um die Tiere, was vor allem durch Ihre Teilhabe möglich ist.


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